Ich will

Diese unsichtbare Mauern.
Ständig laufe ich dagegen!
Dämonen scheinen drauf zu lauern,
dass ich versuch, mich zu bewegen

auf unbekanntes Land,
das mehr Lebendigkeit verspricht.
Komm schon, gib mir deine Hand
schau mir einfach ins Gesicht!

Ich will, dass du dich fragst
was du dich noch nie gefragt hast und
ich wünsch mir, dass du sagst
was du noch niemandem gesagt hast.

Oberflächen abzuchecken,
das entspricht unsrer Kultur.
Doch warum wolln wir uns verstecken?
Wohin führt uns die Zensur?

Woher kommt bloß diese Angst,
unsere Masken fallen zu lassen?
Wenn du mir zeigst, dass du auch schwankst,
würd ich dich doch nicht verlassen!

Im Gegenteil – es wär so schön
deinen Schatten klar zu sehn.
Dann würd auch ich mich freier fühlen,
hätt keine Angst, mich zu verkühlen

wenn ICH mal all das da sein lasse,
wofür ich mich oft heimlich hasse –
was ich versuch, keinem zu zeigen
doch mein Herz, das will nicht schweigen.

Das kann sich nicht zufrieden geben
mit dem was war, es will erleben
was möglich ist, wenn wir es wagen
uns all das ins Gesicht zu sagen,
was wir uns wünschen und so denken,
anstatt uns ständig abzulenken.

Schalt den Fernseher heut nicht ein.
Bring mich heut mal nicht zum Lachen.
Ich will kein Spielverderber sein,
doch lass uns jetzt was andres machen.

Nein, wir gehen nicht ins Bett –
klar, das wäre ziemlich nett,
doch ich will reden.
Denn die Fäden

an denen wir baumeln,
die lösen sich auf.
Hab keine Lust, nur zu taumeln
im Frust, bis ich ersauf

im Strudel einsamer Gedanken,
die sich dir entgegenranken
ohne dass du es erkennst,
weil du schon wieder friedlich pennst!

Nein, heut geb ich keine Ruh.
Hör mir bitte einfach zu,
bleibe wach und schlaf nicht ein –
das muss uns beiden wichtig sein.

Ich will, dass du dich fragst
was du dich noch nie gefragt hast und
ich wünsch mir, dass du sagst
was du mir noch nicht gesagt hast.

Ich will wissen was du fühlst.
Wer bin ich eigentlich für dich?
Ich will wissen was du willst,
denn viel zu oft da frag ich mich:

Haben du und ich ein Ziel
oder ist es bloß ein Spiel
auf Zeit?
Also ich wär schon bereit,

mich noch tiefer einzulassen –
ich glaub, ich würde was verpassen,
wenn ich´s nicht wenigstens probier´.
Aber schaff ich das mit dir?

Wagst du das Experiment,
das mir so auf der Seele brennt?

Schenk mir was von deinem Leben,
ich werd dir was von meinem geben.
Ich find, das ist ein fairer Deal
und außer Mut kostet´s nicht viel.

Ich will wissen, wer du bist
wenn du einfach mal vergisst,
was bisher war in deinem Leben.
Tu so, als würds nur den Augenblick geben!

Jetzt wär´s schön, wenn du dich fragst,
was du dich noch nie gefragt hast denn
ich wünsch mir, dass du sagst,
was du noch niemandem gesagt hast –

aber nicht mit dem Verstand.
Der kann für uns grad gar nichts tun,
außer die Mauern zu verstärken
die gegen echte Nähe werken.

In mir drin ist soviel Liebe,
will sie teilen, will sie schenken
und mir nicht vor lauter Coolness
meinen Herzmuskel verrenken.

Ich weiß, ich kann mich jetzt blamieren
und trotzdem muss ich es riskieren,
wenn ich die Wahrheit wissen will.
Du siehst mich an, ich werde still,
schließ meine Augen, atme aus –
und jetzt lass ichs einfach raus:

„Weißt du…ich bin nur ein Mädchen
das vor einem Jungen steht
und ihn bittet, es zu lieben.
Denn noch ist´s dafür nicht zu spät..“

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